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Bräuche und Rituale

Survakari

Die sog. „Survakari“, mit einer geschmückten Neujahrsrute aus Kornelkirschbaum in der Hand, wünschen zum Neuen Jahr Gesundheit und Ernte, und die Gastgeber finden sich mit Obst, Nüssen, Kringeln u.a. ab.

Trifon Zarezan

Das Fest von Trifon Zarezan (14. Februar) ist mit den Traditionen im Weinanbau noch aus der Zeit der Thraker verbunden. An diesem Tag werden die Weinstöcke geschnitten. Seit uralten Zeiten marschieren die Bulgaren mit Musik zu den Weinbergen. Der beste Weinbauer schneidet die Weinrebe an und begießt sie mit Wein, damit sie fruchtbar sei. Die abgeschnittenen Stöcke werden zu einem Kranz gebogen, der wie eine Krone dem als Weinkönig gewählten auf den Kopf gelegt wird – ein Zeichen der Dankbarkeit dem Schutzpatron der Weinbauer, dem Heiligen Trifon gegenüber.

Die Legende erzählt, dass als der Heilige Trifon seine Weinreben schnitt, er die Gottes Mutter ausgelacht habe, und sie ihn verdammte, dass er sich die Nase abschneide. Aus welchen Grund auch immer, dies ist auch tatsächlich geschehen, weswegen der Heilige Trifon den Spitznamen „Saresan“ (der Geschnittene) trägt.


Kukeri

Die Kukeri Spiele finden im Februar und März statt. Sie werden von maskierten Männern vorgeführt, die mit viel Lärm, spezifischen Bewegungen, schrecklichen Masken das Böse aus den Häusern und den Leuten vertreiben. Diese Feste sind mit dem Gott Dyonisus und dem christlichen Fest Sirni Zagovezni (dem Tag vor Beginn der Fastenzeit) verbunden.


Baba Marta

MartenitzaBaba Marta (Oma Marta) ist ein typisch bulgarischer Brauch. Er wird am 1. März gefeiert. An diesem Tag werden die so genannten Martenitzi geschenkt – Schmuckstücke aus verflochtenen weißen und roten Fäden. Die Martenitzi werden an der Kleidung angesteckt oder am Handgelenk oder am Hals getragen, um gesund und glücklich im Leben zu bleiben. Tritt das erste Zeichen des Frühlings in Erscheinung, gemeinhin ein Storch, wandern diese Martenitza an die Zweige von aufgeblühten Bäumen.

Lazaruvane

Lazaruvane ist ein Frühlingsbrauch, verbunden mit dem Erwecken der Natur für neues Leben. Das ist ein Mädchenfest, an dem sich mit Blumen geschmückte Mädchen schaukeln, singen Geraniumsträusschen wahrsagen.


Ostern

Ostern und Weihnachten sind die meist verehrten christlichen Feste in Bulgarien. Am Osterdonnerstag werden Eier gefärbt, wobei das erste Ei immer rot zu färben ist. In der Nacht zu Ostersonntag gehen alle zu feierlicher Kirchenmesse. Danach stoßen alle mit gefärbten Eiern an, wobei der Glaube herrscht, dass derjenige im Laufe des Jahres gesund sein wird, wessen Ei ganz bleibt.


Nestinarstvo

Die Feuertänze (sog. „Nestinarstvo“) sind einer der beeidruckendsten Ritus auf den bulgarischen Territorien. Die Nestinari-Tänzer (Feuer-Tänzer), in Trance geraten, tanzen barfüssig auf Glut unter den Tönen von Tupan (einer Art großer Trommel) und Gaida (Dudelsack), mit der Ikone des Hl. Konstantin in den Händen.


Weihnachten

Am Heiligen Abend setzt sich die ganze Familie zusammen. Es wird ein rituelles Rundbrot mit einer Münze darin im Zeichen der Gesundheit und des Glücks zubereitet. Nach Heiligabend wird der Tisch nicht abgeräumt, damit die Verstorbenen etwas abbekommen und die Lebenden gesund bleiben.